Lehrvertrag

Vertragsparteien sind der Lehrmeister und der Lehrling. Für unmündige oder entmündigte Lehrlinge wird der Lehrvertrag vom Lehrmeister und dem Inhaber der elterlichen Gewalt oder unter Zustimmung der Vormundschaftsbehörde vom Vormund des Lehrlings abgeschlossen; für die letzteren zwei Fälle ist die schriftliche Form vorgeschrieben.

Im Gegensatz zum Dienstvertrag steht beim Lehrvertrag nicht die Dienstleistung des Dienstpflichtigen und die Lohnzahlung des Arbeitgebers im Vordergrund, sondern die Ausbildung des Lehrlings durch den Lehrmeister.

Mit dem Abschluss eines Lehrvertrages übernimmt der Lehrmeister die Verpflichtung, den Lehrling nach bestem Vermögen fachgemäss auszubilden. Er hat ihn zum Besuch des obligatorischen Unterrichts anzuhalten und ihm die zum Besuche der beruflichen Fortbildungsschulen und Fachkurse sowie zur Teilnahme an den Lehrlingsprüfungen erforderliche Zeit freizugeben. In der Regel darf der Lehrling weder zu Nacht- noch zu Sonntagsarbeit verwendet werden. Der Vertrag muss die erforderlichen Bestimmungen über die Art und Dauer der beruflichen Ausbildung und der Dienstleistung, die tägliche Arbeitszeit, den Unterhalt oder andere Leistungen sowie über die Probezeit enthalten.

Das Bundesgesetz über die berufliche Ausbildung umschreibt im einzelnen die Pflichten des Lehrmeisters und enthält nähere Bestimmungen über die Dauer der Lehre, die Arbeitszeit, den Besuch des Fortbildungsunterrichts und die Lehrabschlussprüfung.

Die kantonalen Lehrlingsgesetze ordnen den Vollzug des Bundesgesetzes über die berufliche Ausbildung.