Haftung eines Bürgen

Falls nicht etwas anderes vereinbart ist, haftet der Bürge dem Gläubiger für den Betrag der Hauptschuld, für die Kosten der Geltendmachung der Forderung (u. a. Betreibungskosten) und für die vertraglichen Zinsen im Umfange eines verfallenen und des laufenden Jahreszinses. In jedem Falle aber bildet der im Bürgschaftsvertrag aufgenommene Höchstbetrag die obere Grenze der Haftbarkeit des Bürgen.

Subsidiär sieht das Gesetz vor, dass sich bei Bürgschaften natürlicher Personen der in der Bürgschaftsurkunde angegebene Haftungsbetrag automatisch um 3 % jährlich, bei grundpfandgesicherten Forderungen um 1 % jährlich verringert. Hiervon sind ausgenommen die Bürgschaften für öffentlich-rechtliche Verpflichtungen (Steuern, Zölle) gegenüber der Eidgenossenschaft oder einem Kanton bzw. deren öffentlich-rechtliche Anstalten, ebenso die Amts- und Dienstbürgschaften sowie die Bürgschaften mit wechselndem Betrage (Kontokorrentverhältnis). Wird die Hauptschuld durch Abzahlungen des Schuldners verkleinert, so verringert sich der Haftungsbetrag mindestens im Verhältnis der Abnahme der Hauptschuld.