Arten der Bürgschaft

1. Die einfache Bürgschaft hat für den Bürgen nur eine subsidiäre Haftung zur Folge, so dass der Gläubiger den Bürgen erst dann belangen kann, wenn nach Eingehung der Bürgschaft der Hauptschuldner in Konkurs geraten ist oder Nachlassstundung erhalten hat oder, im Falle einer Betreibung auf Pfändung, der Gläubiger einen definitiven Verlustschein erhalten hat. Falls der Gläubiger noch durch Pfänder gesichert ist, so muss sich der Gläubiger vorerst an diese halten. Einfache Bürgschaft wird immer dann angenommen, wenn aus der Bürgschaftserklärung nicht ausdrücklich etwas anderes hervorgeht.

2. Die Solidarbürgschaft liegt vor, wenn der Bürge im Bürgschaftsvertrag durch den Vermerk „solidarisch“ oder einen gleichbedeutenden Ausdruck, wie „als Selbstzahler“, „als Selbstschuldner“ eine primäre Haftung übernimmt, so dass er in der gleichen Weise haftet wie der Hauptschuldner. Während der einfache Bürge erst nach dem Hauptschuldner belangt werden kann, also erst nachdem über den Hauptschuldner der Konkurs eröffnet bzw. ein definitive Verlustschein ausgestellt wurde, darf der Solidarbürge schon vor dem Hauptschuldner belangt werden, sofern der Hauptschuldner mit der Zahlung im Rückstand und erfolglos gemahnt worden ist oder seine Zahlungsunfähigkeit offenkundig ist. Die Solidarbürgschaft ist die am häufigsten vorkommende Bürgschaftsart; Banken verlangen regelmäßig Solidarbürgschaft

3. Die Mitbürgschaft besteht dann, wenn mehrere Bürgen gemeinsam für die gleiche teilbare Hauptschuld einstehen Bei der einfachen Mitbürgschaft haftet jeder für seinen Anteil als einfacher Bürge und für die nicht einbringlichen Anteile seiner Mitbürgen als Nachbürge. Wenn solidarische Mitbürgschaft vereinbart ist, haftet jeder der Mitbürgen für die ganze Schuld. Immerhin kann auch ein solidarisch haftender Mitbürge zunächst nur für seinen Kopfanteil haftbar gemacht werden; für die Anteile seiner Mitbürgen darf er erst belangt werden, nachdem der Gläubiger die Mitbürgen auf dem Betreibungswege erfolglos für deren Quote zu belangen versucht hat. Hat sich jemand in der dem Gläubiger erkennbaren Voraussetzung, dass sich neben ihm noch andere für die gleiche Hauptschuld verbürgen, als Bürge verpflichtet, so wird er von seiner Bürgschaftsverpflichtung wieder befreit, wenn die übrigen Bürgschaftsverpflichtungen nicht zustande kommen oder sich als ungültig erweisen.

4.  Die Nachbürgschaft. Während bei der Mitbürgschaft alle Bürgen in Bezug auf die Haftung gleichgestellt sind, haftet bei der Nachbürgschaft ein Bürge als Vorbürge an erster Stelle und ein anderer als Nachbürge erst an zweiter Stelle hinter dem Vorbürgen. Der Nachbürge kann erst nach dem Vorbürgen belangt werden und nur, falls der Vorbürge versagt.

5. Die Rückbürgschaft. Im Gegensatz zu den anderen Bürgschaften ist die Rückbürgschaft nicht ein Vertrag zwischen Gläubiger und Bürgen, sondern ein Vertrag zwischen dem Hauptbürgen und dem Rückbürgen. Der Rückbürge haftet dem Hauptbürgen für den Fall, dass dieser vom Gläubiger belangt würde und seine Regressforderung gegenüber dem Hauptschuldner nicht einbringen könnte.