Wodurch unterscheiden sich die Kassenobligationen von den Anleihensobligationen

Im Gegensatz zu den Anleihensobligationen werden Kassenobligationen nicht in großen Serien auf einmal ausgegeben, sondern fortlaufend nach Maßgabe des Kapitalbedarfs des Schuldners und der Aufnahmefähigkeit des Kapitalmarktes. Kassenobligationen haben eine kürzere Laufzeit, in der Regel drei bis fünf Jahre. Diese beiden Besonderheiten, fortlaufende Ausgabe in kleineren Posten und verhältnismäßig kurze Laufzeit, machen die Kassenobligationen zu einem anpassungsfähigen, elastischen Mittel der Kapitalbeschaffung. Kassenobligationen eignen sich aus diesem Grunde für die Finanzierung des Bankgeschäftes. Umfang, Laufzeit und Verzinsung der im Passivgeschäft aufgenommenen Gelder, soweit diese durch Obligationen beschafft werden, lassen sich mit Kassenobligationen besser als mit Anleihensobligationen den Bedürfnissen des Aktivgeschäftes anpassen.

Die fortlaufende Ausgabe in kleineren Posten hat zur Folge, daß sich die von einem Schuldner ausgegebenen Kassenobligationen im Zinsfuß, vor allem aber in der Laufzeit, voneinander unterscheiden. Die einzelnen Titel sind somit unter sich nicht gleichwertig, also nicht vertretbar. Aus diesem Grunde kommt für die Kassenobligationen eine Kotierung an der Börse nicht in Frage. Bei der kurzen Laufzeit fällt aber dieser Nachteil nicht stark ins Gewicht.