Wie wird eine betreibung auf Pfändung durchgeführt

1. Der Gläubiger richtet das Betreibungsbegehren unter Beilage des Kostenvorschusses an das zuständige Betreibungsamt. Daraufhin schickt das Betreibungsamt dem Schuldner den Zahlungsbefehl. Dieser enthält die Aufforderung, den Gläubiger für seine Forderung samt Verzugszinsen und Betreibungskosten innert 20 Tagen zu befriedigen, ferner den Hinweis darauf, daß der Schuldner innert 10 Tagen Rechtsvorschlag erheben könne. Falls der Schuldner bis zum Ablauf der zwanzigtägigen Frist nicht bezahlt und auch keinen Rechtsvorschlag erhebt oder ein solcher durch Rechtsöffnung beseitigt wurde, kann der Gläubiger innerhalb eines Jahres die Fortsetzung des Verfahrens veranlassen.

2. Mit dem Fortsetzungsbegehren, dem wiederum ein Kostenvorschuß beizulegen ist, ersucht der Gläubiger das Betreibungsamt um Durchführung der Pfändung, die spätestens drei Tage nach Eingang des Fortsetzungsbegehrens vorgenommen werden soll. Sie wird dem Schuldner spätestens am Vortage durch die Pfändungsankündigung angezeigt, weil er der Pfändung persönlich beiwohnen oder sich vertreten lassen muß. Der Schuldner, der pfändbare Vermögenswerte verheimlicht oder beiseite schafft, setzt sich betreibungs- und strafrechtlichen Sanktionen aus. Es werden nur so viele Vermögenswerte gepfändet, als zur Deckung der Forderung betreibenden Gläubigers nötig sind. Es sind in erster Linie Bargeld und Wertpapiere, sodann das übrige bewegliche Vermögen — entbehrliches vor dem unentbehrlichen — und erst in letzter Linie Grundstücke zu pfänden. Das über die Pfändung erstellte Protokoll, die Pfändungsurkunde, enthält eine Aufstellung des gepfändeten Vermögens und die Angabe des Schätzungswertes, Gläubiger und Schuldner erhalten je eine Abschrift davon. Wenn keine pfändbaren Vermögenswerte vorhanden sind, also bei einer fruchtlosen Pfändung, gilt die Pfändungsurkunde als Verlustschein (siehe S. 313).

3. Mit dem Verwertungsbegehren, das frühestens einen Monat und spätestens ein Jahr nach der Pfändung gestellt werden kann (bei Liegenschaften betragen diese Fristen sechs Monate und zwei Jahre), ersucht der Gläubiger das Betreibungsamt um die Durchführung der Verwertung. Spätestens einen Monat nach Eingang des Begehrens müssen bewegliche Sachen verwertet werden, in der Regel durch öffentliche Versteigerung mit Zuschlag an den Meistbietenden, gegen Barzahlung. Mit Zustimmung aller Beteiligten ist auch eine Verwertung durch freihändigen Verkauf zulässig. Wenn es sich um eine Gläubigergruppe handelt und nicht alle Gläubiger befriedigt werden können, nimmt das Betreibungsamt die Verteilung auf Grund eines Kollokationsplanes vor. Vorweg werden die Verwertungskosten gedeckt. Dann werden die pfandgesicherten und aus dem verbleibenden Rest schließlich noch die übrigen Gläubiger befriedigt, soweit der Verwertungserlös ausreicht. Für den nicht gedeckten Teil der Forderung erhalten die Gläubiger einen Verlustschein.