Welcher Zusammenhang besteht zwischen Rentabilität und Wirtschaftlichkeit?

Die Erstellung der zu verkaufenden Betriebsleistung verursacht Kosten. Der Überschuss der Verkaufserlöse über diese Kosten ist der Gewinn. Er ist um so grösser, je niedriger die Kosten gehalten werden können. Man wird deswegen die Erstellung der Betriebsleistung möglichst rationell gestalten, die zur Leistungserstellung verfügbaren Mittel nach dem ökonomischen Prinzip einsetzen, um mit einem möglichst geringen Aufwand an Mitteln ein möglichst großes Ergebnis an Leistungen zu erzielen. Auf den Warenhandelsbetrieb angewandt, bedeutet das, dass mit möglichst geringen Kosten ein möglichst großer Umsatz erzielt wird oder dass bei einem bestimmten, gegebenen Umsatz möglichst wenig Kosten verursacht werden. Noch größere Bedeutung hat die Befolgung des ökonomischen oder wirtschaftlichen Prinzips bei der Erstellung der Betriebsleistung im Fabrikbetriebe, weil hier der innerbetriebliche Vorgang der Leistungserstellung von der Kostenseite her einen viel grösseren Einfluss auf den Unternehmungserfolg hat als bei andern Unternehmungsarten. Die Anwendung des ökonomischen Prinzips bei der Erstellung der Betriebsleistung im Sinne einer Niedrighaltung der Kosten einer Leistungseinheit (Kosten je Umsatzeinheit, Kosten je Produktionseinheit) bezeichnet man als Wirtschaftlichkeit.

Der Gewinn einer Unternehmung und damit die Rentabilität werden beeinflusst:

  • von der Wirtschaftlichkeit bei der Erstellung der Betriebsleistung
  • von ausserbetrieblichen Faktoren, wie Konjunkturschwankungen, Kursdifferenzen etc.

Der Begriff der Rentabilität wird stets im Zusammenhang mit dem Begriff Unternehmung gebraucht. Rentabilität ist ja der in Prozenten des aufgewendeten Kapitals ausgedrückte Unternehmungsgewinn; auf die Rentabilität wirken somit der innerbetriebliche Faktor der Wirtschaftlichkeit bei der Leistungserstellung wie auch außerbetriebliche Einflüsse ein. Der Begriff Wirtschaftlichkeit dagegen bezieht sich immer nur auf den Begriff „Betrieb“. Mit der Wirtschaftlichkeit beurteilt man nur den durch den innerbetrieblichen Vorgang der Leistungserstellung bedingten Einfluss auf den Unternehmungsgewinn.

Weil ausser der Wirtschaftlichkeit des Betriebes auch äussere Umstände auf den Gewinn und damit auf die Rendite einwirken, wäre es falsch, von der Rendite des Unternehmens auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebes zu schliessen. Eine Unternehmung kann infolge günstiger äusserer Umstände (Konjunktur, Monopol) rentabel sein, auch wenn der Betrieb nicht wirtschaftlich ist. Anderseits kann trotz grösster Wirtschaftlichkeit in der Leistungserstellung durch ungünstige äussere Einflüsse die Unternehmung unrentabel werden. Die Wirtschaftlichkeit ist ein wichtiger Rentabilitätsfaktor, aber nicht der einzige. Grösstmögliche Rentabilität lässt sich auf die Dauer indessen nur durch grösstmögliche Wirtschaftlichkeit erreichen, denn bei zunehmender Wirtschaftlichkeit steigt auch die Rentabilität.


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