Welche Bedeutung hat der Umsatz? - Betriebswirtschaft24.com

Welche Bedeutung hat der Umsatz?

Die Erstellung der für den Verkauf bestimmten Betriebsleistungen erfordert zunächst die Bereitstellung bedeutender Kapitalien. Die durch die Finanzierung beschafften Mittel sollen dem wirtschaftlichen Prozess der Leistungserstellung dienen und müssen deswegen in die dafür geeignete Form des Anlage- und Umlaufsvermögens gebracht werden: Ein Teil des Kapitals dient der Beschaffung der erforderlichen dauernden Einrichtungen, wird also im sogenannten Anlagevermögen investiert und für lange Zeit gebunden; ein anderer Teil im Umlaufsvermögen der fortlaufenden Beschaffung und Ergänzung der Rohstoffe oder Warenvorräte, der Bezahlung von Löhnen und Gehältern und zur Bestreitung aller übrigen Betriebsaufwendungen. Erstellung von Gütern oder Dienstleistungen für den Verkauf bedeutet somit fortwährenden Verbrauch von Vermögenswerten, sei es als Abschreibung und Verzinsung des Anlagevermögens, sei es als Verbrauch von Betriebsvermögen für die zur Leistungserstellung erforderlichen Rohstoffe oder Waren, Löhne und andere Betriebsaufwendungen. Die durch den wirtschaftlichen Prozess der Leistungserstellung verbrauchten, das heißt in die zu verkaufenden Betriebsleistungen „hineingearbeiteten“ Vermögenswerte bezeichnet man als Kosten. In ihrer Gesamtheit bilden sie den Selbstkosten- oder Gestehungswert der erstellten Güter oder Dienstleistungen. Das verbrauchte Vermögen steckt in den erzeugten Betriebsleistungen. Diese verkaufsbereiten Betriebsleistungen verkörpern aber nur insoweit einen Vermögens-wert, als sie verkauft werden können. Soweit sie nicht zu verkaufen sind, sind sie wertlos, und der wirtschaftliche Prozess der Leistungserstellung ist mit dem Vermögensverbrauch abgeschlossen; der Vermögensverbrauch findet keine Gegenleistung und ist damit Kapitalverlust. Nur in dem Umfange, als die Betriebsleistungen verkauft werden können, werden die verbrauchten Vermögenswerte der Unternehmung in Form von Barmitteln wieder zurückgegeben; erst durch den Verkauf, also durch den Umsatz, wird das verbrauchte Kapital zurückgewonnen. Nur durch den Umsatz erreicht man, dass der durch die Leistungserstellung bedingte Vermögensverbrauch nicht zum Kapitalverlust, sondern zum Kapitalumschlag wird.

In diesem Sinne ist Umsatz nicht nur der ziffernmässige Ausdruck der getätigten Verkäufe, sondern darüber hinaus der mehr oder weniger erfolgreiche Abschluss des durch die fortlaufende Betriebstätigkeit sich stets wiederholenden Kreislauf.

Die aus dem Verkauf der Güter oder Dienstleistungen also aus dem Umsatz der Unternehmung zufliessenden Mittel sollen nicht nur die verbrauchten Vermögenswerte ersetzen, sondern einen Überschuss als Gewinn bringen. Kalkulatorisch ausgedrückt heisst das, dass der Verkaufspreis nicht nur die im Selbstkostenpreis zusammengefassten Kosten der verkauften Leistung decken, sondern darüber hinaus den erwarteten Gewinn abwerfen soll. Unter dem Einfluss der Konkurrenz wird dies nur möglich sein, wenn die Leistungserstellung wirtschaft-lich, das heißt mit einem minimalen Vermögensverbrauch, erfolgte, so dass der vom Markt zugestandene Verkaufserlös über die Wiedereinbringung des Vermögensverbrauchs (Kostendeckung) hinaus eine Gewinnmarge zu lässt. Bei wirtschaftlicher Leistungserstellung und richtig kalkulierten Verkaufspreisen ermöglicht der Umsatz die Rendite der Unternehmung.

Die Schaffung und Bereitstellung der Güter oder Dienstleistungen für den Verkauf hat die Festlegung von Kapital in Anlage- und Umlaufsvermögen zur Folge. In dem Umfange und in der Geschwindigkeit, in der die verkaufsfertigen Betriebsleistungen abgesetzt werden können, verwandelt sich gebundenes Vermögen wieder in Barmittel, die es der Unternehmung erlauben, ihren Verpflichtungen termingemäss nach zukommen und die Betriebstätigkeit ungestört aufrechtzuerhalten. Grösse und Geschwindigkeit des Umsatzes sind ausschlaggebend dafür, in welchem Umfange und in welcher Zeit sich gebundenes Vermögen in Bargeld zurückverwandelt. Ein nach Umfang und Geschwindigkeit genügender Umsatz ist erforderlich, um die Zahlungsbereitschaft, die Liquidität der Unternehmung zu gewährleisten. Die Abhängigkeit der Rendite und der Liquidität vom Umsatz rechtfertigt die Feststellung, dass jedes Unternehmen mit dem Umsatz steht und fällt.