Umsatzgeschwindigkeit

Warum ermittelt man die Umsatzgeschwindigkeit?

Umsatz bedeutet Kapitalumschlag. Im Handelsbetrieb zum Beispiel werden durch die Einkaufstätigkeit Barmittel in Warenvorräte umgewandelt, und durch den Verkauf sollen die Waren unter Zuschlag der Kosten und des Gewinnes auf dem Wege über Debitorenguthaben wieder in Barmittel umgesetzt werden. Dieser mit der Hervorbringung der Betriebsleistung verbundene Kapitalumschlag ermöglicht die Erzielung eines Gewinnes, verursacht aber auch Kosten. Ein grosser Teil der Kosten, vorab die Zinskosten für das beanspruchte Kapital, richtet sich nach der Zeit und ist unabhängig davon, wie oft innerhalb dieser Zeit das Kapital umgesetzt wird.

Jeder Kapitalumschlag aber bringt einen Gewinn, der unabhängig ist von der Zeit, die der zur Gewinnerzielung erforderliche Kapitalumschlag benötigt. Wenn ein Kapitalumschlag nur 90 Tage benötigt, so entfallen auf diesen Kapitalumschlag nur halb soviel von der Zeit abhängige Kosten, als wenn für einen einmaligen Kapitalumschlag 180 Tage erforderlich sind. Der innerhalb einer bestimmten Zeitspanne erzielbare Gesamtgewinn ist somit nicht nur von der Größe des auf einem einmaligen Kapitalumschlag möglichen Gewinnzuschlags abhängig, sondern auch davon, wie oft in der betreffenden Zeitspanne das Kapital umgesetzt werden kann. Je häufiger das Kapital umgeschlagen wird, desto kleiner ist der Anteil des einzelnen Kapitalumschlags an den von der Zeit abhängigen Kosten. Damit wird die Umsatzschnelligkeit, die Häufigkeit des Kapitalumschlags innerhalb einer bestimmten Periode, zum Gradmesser für die Intensität, mit der die zeitbedingten, die festen Kosten „ausgenützt“ werden. Je häufiger der Kapitalumschlag ist, je grösser also der Gesamtumsatz ist, der mit einem gegebenen Kapital erzielt werden kann, desto kleiner wird für die Umsatzeinheit der Anteil an diesen fixen Kosten. Die Umsatzschnelligkeit ist damit einer der Gradmesser für Wirtschaftlichkeit der Leistungserstellung. Daraus ergibt sich auch, daß die Umsatzschnelligkeit vor allem als Vergleichszahl interessant ist. Aus dem Vergleich mit den entsprechenden Zahlen früherer Rechnungsperioden desselben Betriebes und aus der Gegenüberstellung mit analogen Zahlen anderer Betriebe lassen sich wertvolle Schlüsse für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit ziehen.