Treibenden Kräfte der Konzentrationsbewegung - Betriebswirtschaft24.com

Treibenden Kräfte der Konzentrationsbewegung

Welches sind die treibenden Kräfte der Konzentrationsbewegung?

Das Ziel der Konzentration ist ganz allgemein die Sicherung und Hebung des wirtschaftlichen Erfolges der zusammengeschlossenen Unternehmungen. Diese Zweckbestimmung äussert sich vor allem in folgenden Einzelzielen:

1. Rationalisierung zum Zwecke der Kostensenkung,

2. Beeinflussung der Marktverhältnisse zur Sicherung und Erhaltung der Verkaufspreise und des Umsatzes, von der Beschränkung der Konkurrenz durch gegenseitige Verständigung bis zu deren Ausschaltung durch Schaffung einer Monopolstellung.

Die Sicherung des wirtschaftlichen Erfolges wird im ersten Falle von der innerbetrieblichen Seite, im zweiten Falle von der ausserbetrieblichen, von der Marktseite her angestrebt.

Die heutige kapitalintensive Wirtschaft ist durch das Vorherrschen des Anlagevermögens, besonders in der Industrie, gekennzeichnet. Anlagevermögen verursacht fixe Kosten, vor allem Abschreibungs- und Zinskosten. Im Gegensatz zu den variablen Kosten, die im ganzen annähernd proportional zum Umsatz verlaufen, ist die Höhe der fixen Kosten vom jeweiligen Beschäftigungsgrad (Umsatz) unabhängig. Die fixen Gesamtkosten auf die einzelnen Leistungseinheiten (Güter oder Dienstleistungseinheiten) verteilt, ergeben bei steigendem Beschäftigungsgrad bzw. zunehmendem Umsatz degressive Stückkosten, d. h. für die Produktions- oder Umsatzeinheit verringert sich der Anteil an den fixen Kosten mit zunehmendem Beschäftigungsgrad bzw. zunehmendem Umsatz bis zum optimalen Beschäftigungsgrad. Diese Erscheinung der Kostendegression bei zunehmender Beschäftigung zwingt den Unternehmer zu möglichst voller Ausnützung der Produktionskapazität und damit zu intensiver Absatzsteigerung, im Interesse der Kostensenkung, ohne Rücksicht auf die Aufnahmefähigkeit des Marktes. Das führt leicht zu Überkapitalisierung und Überproduktion, zu Absatzstockungen und zu erschwertem Wettbewerb, so dass die Preise unter die Selbstkosten zu sinken drohen. Dieser Kampf um den Absatz müsste beim freien Spiel von Angebot und Nachfrage zur Ausmerzung der kapitalschwächsten und technisch am wenigsten leistungsfähigen Unternehmungen und damit zur Senkung der Überproduktion und zur Anpassung des Angebots an die Nachfrage führen. Tatsächlich aber erschwert das Vorherrschen des Anlagevermögens in der Produktionsunternehmung diesen Ausscheidungsprozess. Die unwirtschaftlichste Unternehmung wird nicht ausgeschaltet, sondern mit einem massiven Kapitalabstrich saniert, und dann arbeitet sie mit verringerten fixen Kosten (weniger Abschreibungs- und Zinskosten) weiter. Damit aber sind die Verhältnisse am Absatzmarkt nicht geändert, und unter dem Druck der gegenseitigen Konkurrenz hält der Preis- und Ertragszerfall an. Der durch das Vorherrschen des Anlagevermögens bedingte Ausfall der selbstregulierenden Wirkung der freien Konkurrenz im Sinne einer Anpassung von Angebot und Nachfrage führt zur Zusammenballung vieler Unternehmungen in einigen wenigen Händen oder aber zu Zusammenschlüssen aller Unternehmer eines Geschäftszweiges, sei es um die Preise hoch zuhalten oder um die Kosten zu senken oder beides zugleich.

Als Mittel des Zusammenschlusses dienen der Vertrag, die Beteiligung (Holdinggesellschaften) und die Fusion.

Die Hauptformen der Konzentration sind Kartell, Konzern und Trust. Diese Unternehmungszusammenschlüsse unterscheiden sich durch ihre Zielsetzung, aber auch durch die Art und die Intensität der Bindung. Obwohl jede dieser Konzentrationsformen ihre eigenen Merkmale besitzt, lassen sich in der Praxis Unternehmungszusammenschlüsse nicht immer eindeutig als Kartell, Konzern oder Trust bezeichnen, weil häufig in der praktischen Anwendung bei einem Konzentrationsgebilde Merkmale der einen wie auch der anderen Form anzutreffen sind.