Reverse-Charge-Verfahren

Das Reverse-Charge-Verfahren ist die Umkehrung von der Steuerschuldnerschaft auch Abzugsverfahren genannt. Dieses Verfahren ist eine Sonderregelung bei der Umsatzsteuer. Der Kunde muss die Umsatzsteuer entrichten und nicht der leistende Unternehmer.

Als leistender Unternehmer darf man dem Kunden nur den Nettobetrag in Rechnung stellen. So hat also der Leistungsempfänger (Kunde) eine Umsatzsteuerschuld die er dem Finanzamt bezahlen muss. Wenn der Kunde (Leistungsempfänger) Vorsteuerabzugsberechtigt ist, dann darf er den Betrag wieder als Vorsteuer ausweisen.

Das Reverse-Charge-Verfahren vereinfacht vieles, der Unternehmer muss den Vorgang nicht mehr separat beim zuständigen Finanzamt abgeben. Vor allem wenn es zu Transaktionen über die Bundesrepublik hinweg kommt, bleibt einem als Unternehmer viel erspart. Das Reverse-Charge-Verfahren entlastet nicht nur den Unternehmer, sondern schützt auch vor dem Steuerrechtlichen Betrug.

Das Reverse-Charge-Verfahren ist eine Sonderregelung im Umsatzsteuerrecht. Der Unternehmer muss nicht mehr die Umsatzsteuer entrichten, sondern bei diesem Verfahren muss dass der Kunde tun. Auch der Kunde profitiert von diesem Verfahren, er miss die Steuer nicht vorfinanzieren bis er von der Finanzbehörde das Geld zurückerstattet bekommt. Bei dem leistenden Unternehmer liegt das Risiko für die richtige Anwendung. Wenn es zu einer falschen angenommenen Umkehrung der Steuerschuldnerschaft kommt, muss der Unternehmer für die Umsatzsteuer haften und diese bezahlen. Das Reverse-Charge-Verfahren ist im § 13b UStG geregelt. Österreich und Deutschland strebte eine Ausweitung des Reverse-Charge-Verfahrens an, die europäische Kommission stimmte dabei aber nicht zu.

Das Bundesfinanzministerium möchte einen Umsatzsteuerbetrug in der Bundesrepublik Deutschland vermeiden, auch insolvenzbedingte Umsatzsteuerausfälle möchte man durch eine Änderung des Umsatzsteuersystems vermeiden. Das europäische Mehrwertsteuersystem ist aber soweit harmonisiert, dass die Bundesrepublik dies nicht selbst entscheiden kann, man benötigt das Einverständnis von allen EU-Mitgliedstaaten. Die europäische Kommission hat sich aber noch nicht dazu geäußert, ob eventuell ein Pilotprojekt sinnvoll wäre. Österreich würde freiwillig teilnehmen wenn es um die Verlagerung der Steuerschuldnerschaft geht.