Rechenverfahren Investitionsrechnungen

Kostenvergleich

Die Kostenvergleichsrechnung ist ein periodischer, in der Regel einjähriger Vergleich von anfallenden Kosten in zwei oder mehreren Investitionsobjekten. Verglichen werden kann beispielsweise die bereits vorhandene, zu ersetzende Anlage mit einer oder auch mehreren neuen Anlagen. Sofern bei einem solchen Kostenvergleich der Erlös nicht berücksichtigt wird, macht das Vergleichen nur bei buchstäblich vergleichbaren Alternativen Sinn; also ebenfalls nur bei Anlagen ohne Erlös respektive Nutzen, oder bei solchen, für die der Erlös schlichtweg nicht ermittelbar ist. Ausgewählt wird jeweils diejenige Investition, bei der die jährlichen Durchschnittskosten am niedrigsten sind.

Gewinnvergleich

Beim Gewinnvergleich werden alle Erlöse in die Rechnung einbezogen. Auf diese Weise werden die erwarteten Jahresgewinne verschiedener Investitionen einander gegenübergestellt. Das Verfahren bietet sich in denjenigen Fällen an, in denen mit unterschiedlichen Erlösen für mehrere zu prüfende Investitionsvarianten gerechnet werden kann beziehungsweise muss. Voraussetzung dafür ist, dass die Kapitaleinsätze für die jeweiligen Varianten nicht allzu stark differieren. Davon würde ansonsten das Projekt mit dem grössten Kapitaleinsatz profitieren. Diese Methode bietet sich in der Praxis zur Prüfung von Investitionen für Ersatz und Erweiterung an. Ausgewählt wird diejenige Investition mit dem jeweils grössten Jahresgewinn.

Renditerechnung

Eine Renditerechnung, im US-Sprachgebrauch als ROI, Return on Investment geläufig, ist die Relation des durchschnittlich erzielten Jahresgewinns vor Abzug der kalkulatorischen Zinsen zu dem durchschnittlich eingesetzten Kapital. Die damit angesprochene Rendite ist die Bruttorendite, das heisst inklusive der gesamten Verzinsung für die Investition. Aus diesem Grunde muss der bereits um die kalkulatorischen Zinsen verringerte Gewinn wieder korrigiert werden. Vom Durchschnittskapital wird deswegen ausgegangen, weil mit einer Re-Investition zurückfliessender Mittel gerechnet werden kann oder muss. Die Rentabilitätskennzahl hat gegenüber dem Kosten- und Gewinnvergleich den entscheidenden Vorteil, völlig unterschiedliche, oder auch einzelne Investitionsvorhaben jeweils individuell beurteilen zu können. Aus diesem Grunde ist die Renditerechnung für Ersatz-, für Erweiterungs- sowie für Rationalisierungsinvestitionen gleichermassen gut geeignet. Bevorzugt wird die Investition mit der jeweils höchsten Rendite.

Amortisationsrechnung

Mit der Amortisationsrechnung wird derjenige Zeitraum berechnet, der notwendig ist, damit sich die Investition mit ihren erzielten Cashflows, den Einnahmeüberschüssen, oder aber mit ihren liquiditätswirksamen Kostenersparnissen, vollständig zurückgezahlt hat. Diese Zeitspanne ist die Wiedergewinnungszeit, auch Payback-Period oder Amortisationsdauer genannt. Wenn sie kürzer ist als die Nutzungsdauer, dann ist die Investition grundsätzlich rentabel. Bevorzugt wird die Investition mit der kürzesten Payback-Period. Mit zunehmender Kürze der Wiedergewinnungszeit steigt die Wahrscheinlichkeit aller der Rechnung zugrundeliegenden Daten. Darüber hinaus stehen die investierten Mittel dem Unternehmen umso früher erneut zur freien Verfügung.

Dynamisches Rechenverfahren

Hierbei geht es um eine ganzheitliche Betrachtungsweise, ganz im Gegensatz zu den verschiedenen statischen Verfahren. Nicht ein Durchschnittsjahr wird den Berechnungen zugrundegelegt, sondern die gesamte Nutzungsdauer, und zwar inklusive der Vorbereitungs- und der Liquidationsphase. Dynamische Verfahren haben den oftmals entscheidenden Vorteil, dass durch ihre Zinseszinsberechnung der zeitliche Anfall von Zahlungsströmen gewichtet wird. In diesem Falle gilt der Grundsatz: Heute, jetzt eben verfügbares Geld ist mehr wert das in der Zukunft. Einzelne Zahlungen beziehen sich immer auf denjenigen Zeitpunkt, zu dem die Investition in Betrieb genommen wird. Vorabzahlungen für beispielsweise Personalumschulungen, Projektierungen oder Vorfinanzierungen werden auf den Investitionszeitpunkt tagesgenau ausgezinst. Nachträgliche Zahlungen, also solche nach der Inbetriebnahme, werden dementsprechend abgezinst.

Kapitalwertverfahren

Die Kapitalwertrechnung stellt dem Kapitaleinsatz die auf den Zeitpunkt der Inbetriebnahme abgezinsten Cashflows gegenüber. Alternative Bezeichnungen sind NPV für Net Present Value, oder DCF für Discounted Cashflow. Wenn die abgezinsten Cashflows den Kapitaleinsatz übersteigen, dann ergibt das einen positiven Kapitalwert. Daraus folgert ein Investitionsüberschuss über die durch den Kalkulationszinsfluss geforderte Mindestverzinsung hinaus. Die Investition gilt bei einem Kapitalwert von gleich/größer 0 als akzeptabel. Bei mehreren Alternativen wird diejenige Investition mit dem grössten Kapitalwert bevorzugt.

Annuitätenmethode

Sie ist eine Alternative zur Kapitalwertmethode und ein Pendant zum statischen Gewinnvergleich. Dabei wird der Kapitaleinsatz mit der Zinseszinsberechnung in Annuitäten, also in Renten umgeformt, und anschließend den durchschnittlichen Cashflows respektive Kostenersparnissen gegenübergestellt. Die Investition ist dann von Vorteil, also profitabel, wenn die durchschnittlichen jährlichen Cashflows mindestens die Grösse der Annuität erreichen.

Interner Ertragssatz

Der interne Ertragssatz, als Internal Rate of Return kurz IRR genannt, ist im Grunde genommen eine Ableitung aus der Kapitalwertmethode. IRR ist der Zinsfluss, bei dem die diskontierten Cashflows so eben dem Kapitaleinsatz entsprechen, beziehungsweise bei dem ein Kapitalwert von Null erzielt wird. Diese Methode dynamisiert die Renditerechnung. Somit ist eine Investition dann von Vorteil, wenn der interne Ertragssatz den von der Geschäftsleitung geforderten Mindestzinsfuss übersteigt.

Dynamische Payback-Methode

Sie ist eine Weiterentwicklung der statischen Amortisationsrechnung. Die Wiedergewinnungszeit ist die Anzahl an Jahren und Monaten, die vergangen sind, bis dass die Investition ihren Kapitaleinsatz zuzüglich der Zinsen und Zinseszinsen erwirtschaftet hat. Anstelle nomineller Cashflows respektive Kostenersparnisse werden deren abgezinsten Barwerte eingesetzt. Die Paybadk-Period ist deswegen länger als die statisch ermittelte Wiedergewinnungszeit, weil die dynamische Amortisationszeit auch die Verzinsung der Rückflüsse zum kalkulatorischen Zinssatz berücksichtigt. Im Endeffekt ist die Payback-Methode ebenfalls eine Abwandlung der Kapitalwertmethode. An dieser Stelle stellt sich die Frage, nach wie viel Jahren Laufzeit sich ein Kapitalwert von 0 erzielen lässt.