Welche Warenpapiere sind Wertpapiere?

Zu den Wertpapieren zählen alle Warenpapiere, die eine eingelagerte oder verfrachtete Ware in der Weise vertreten, daß das Eigentumsrecht an der Ware ohne die Urkunde weder geltend gemacht noch auf andere übertragen werden kann. Die Übertragung einer solchen Urkunde gilt als Übertragung der Ware selbst. Damit eine von einem Lagerhalter oder Frachtführer über lagernde oder verfrachtete Waren ausgestellte Urkunde als Wertpapier gilt, muß sie die gesetzlich vorgeschriebenen Bestandteile aufweisen. Scheine, die diesen gesetzlichen Formvorschriften nicht entsprechen, sind nur Empfangsscheine, Beweisurkunden, aber nicht Wertpapiere. Warenpapiere können als Namen-, Ordre- oder Inhaberpapiere ausgestellt werden.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Warenpapiere liegt in der Erleichterung des Handels mit der dem Wertpapiere zugrunde liegenden Ware. Die Übergabe des Warenpapiers sichert dem Käufer die Verfügungsgewalt über die Ware, ohne daß er diese selbst in Besitz nehmen muß. Unterwegs befindliche Ware kann schon vor ihrem Eintreffen mit Hilfe des Warenpapiers gekauft und weiterverkauft werden; gleiche Sicherheit bietet das Wertpapier dem Erwerber auch beim Kauf und Weiterverkauf eingelagerter Ware, weil nur der durch das Wertpapier Legitimierte sich den Besitz der Ware verschaffen kann. Von besonderer Bedeutung ist das Warenpapier für die Verpfändung von Ware. Normalerweise können bewegliche Sachen nur in der Weise verpfändet werden, daß die zu verpfändende Sache in den Besitz des Gläubigers übergeht. Ist das Eigentum an einer unterwegs befindlichen oder eingelagerten Ware in einem Wertpapier verbrieft, so genügt für die Verpfändung der Ware die Übertragung des Warenpapiers an den Pfandgläubiger.