Lagerschein

Im Lagerschein bestätigt die Lagerhausverwaltung den Empfang der ihr zur Aufbewahrung übergebenen Ware. Ist nach dem Inhalt des Lagerscheins die Lagerhausverwaltung berechtigt, die eingelagerte Ware dem Eigentümer auch ohne Rückgabe des Lagerscheins auszuhändigen, so ist der Lagerschein eine bloße Empfangsbestätigung ohne Wertpapiercharakter.

Mit Bewilligung der zuständigen Behörde und unter Beachtung der für die Warenpapiere geltenden Formvorschriften können Lagerhalter auch Lagerscheine mit Wertpapier-charakter als Namen-, Ordre- oder Inhaberpapiere ausgeben. Beim Einscheinsystem wird nur ein einziges, als Lagerschein bezeichnetes Exemplar ausgestellt. In diesem Falle dient der Lagerschein sowohl der Veräußerung als auch der Verpfändung der Ware. Nach dem Zweischeinsystem werden zwei Scheine ausgegeben, die grundsätzlich nur zusammen zur Verfügung über die Ware berechtigen. Das als Lagerbesitzschein (besser: Eigentumsschein) bezeichnete Exemplar verbrieft das Eigentumsrecht und dient der Eigentumsübertragung, etwa beim Verkauf der eingelagerten Ware. Der Lagerpfandschein, auch als Warrant bezeichnet, wird bei der Verpfändung der Ware verwendet und in diesem Falle an den Pfandgläubiger übertragen. Auf dem Eigentumsschein muß die Ausstellung eines Pfandscheines angegeben und jede Verpfändung mit Forderungsbetrag und Verfalltag eingetragen werden. Während der Pfandschein beim Darlehensgläubiger liegt, kann der Eigentumsschein beliebige Male den Eigentümer wechseln. Der letzte Inhaber erhält aber die Ware nur ausgehändigt, wenn er auch den eingelösten Pfandschein zusammen mit dem Eigentumsschein zurückgeben kann.

Im schweizerischen Lagerhausgewerbe ist der Lagerschein ohne Wertpapiereigenschaft üblich.