Konzern

Ein Konzern liegt vor, wenn rechtlich selbständig bleibende Unternehmungen durch finanzielle Verflechtung in der Form der Beteiligung (Holding) unter einheitlicher Leitung zu einer betriebswirtschaftlichen Einheit zusammengefasst werden. Ein solcher Zusammenschluss ermöglicht es, die Betriebskapazität und das Arbeitsprogramm der Beteiligten aufeinander abzustimmen (vor allem beim vertikalen Konzern) und auf diese Weise eine Rationalisierung und Ertragssteigerung herbeizuführen. Beim horizontal aufgebauten Konzern lässt sich die zusammengeballte Wirtschaftskraft auch machtpolitisch auf dem Bezugs- und Absatzmarkt einsetzen.

Das Ziel der Konzernbildung ist die Steigerung und Sicherung des Ertrags auf dem Wege der Rationalisierung. Die aus der Konzentration sich ergebende Machtposition kann besonders auf dem Beschaffungsmarkt kostensparend eingesetzt werden.

Während beim Kartell die vertragliche Bindung genügt, bedient sich der Konzern der finanziellen Verflechtung und der Personalunion als Mittel der Konzentration. Der finanziellen Verflechtung dienen Beteiligungen, sehr häufig in der Form der Holdinggesellschaft. Personalunion entsteht aus der Abordnung in die Verwaltungsräte.

Die rechtliche Selbständigkeit der Konzernunternehmungen bleibt zwar erhalten. Dagegen geht die wirtschaftliche Selbständigkeit in weit stärkerem Maße als beim Kartell verloren. Kartellabmachungen beschränken sich meist auf die Verkaufstätigkeit und berühren im übrigen die betriebliche Selbständigkeit der Kartellmitglieder kaum. Beim Konzern dagegen wird die ganze Betriebstätigkeit einem Gesamtziel untergeordnet und dem einheitlichen Willen der Konzernleitung unterstellt. Die Verbundenheit der Konzernuntergesellschaften erwerben stets Aktien solcher Unternehmungen, die sie kontrollieren oder beherrschen wollen. Es handelt sich stets um dauernde und ausschlaggebende Beteiligung, mit der die Beherrschung und oft auch eine einheitliche Leitung der kontrollierten Unternehmungen angestrebt wird. In diesem Falle ist die Holdinggesellschaft das finanzpolitische Instrument der kapitalmässigen Verschmelzung von Unternehmungen unter einheitlicher Leitung zur Bildung von Interessengemeinschaften, Konzernen und Trusts. Die Holdinggesellschaft wird in ihrer Eigenschaft als Kontrollgesellschaft auch als Dachgesellschaft bezeichnet, weil sie die finanzielle Führung der von ihr kontrollierten Gesellschaften übernimmt. In den Fällen, wo die Holdinggesellschaft neben der Beherrschung der bereits kontrollierten Gesellschaften die Finanzierung von Neugründungen und Erweiterungen übernimmt, ist sie zugleich auch Finanzierungsgesellschaft.