Kollektivgesellschaft

„Die Kollektivgesellschaft ist eine Gesellschaft, in der zwei oder mehrere natürliche Personen, ohne Beschränkung ihrer Haftung gegenüber den Gesellschaftsgläubigern, sich zum Zwecke vereinigen, unter einer gemeinsamen Firma ein Handels-, Fabrikations- oder ein anderes nach kaufmännischer Art geführtes Gewerbe zu betreiben.“ (OR 552)

Die gemeinsame Firma und die Zweckbestimmung machen die Kollektivgesellschaft zur Handelsgesellschaft. Durch diese beiden Merkmale, die sie mit den übrigen Handelsgesellschaften gemein hat, unterscheidet sie sich von der einfachen Gesellschaft. Von den übrigen Handelsgesellschaften unterscheidet sie sich vor allem durch die unbeschränkte persönliche Haftung sämtlicher Gesellschafter und durch die Tatsache, dass sie nur aus natürlichen Personen gebildet werden kann.

Die kaufmännische Kollektivgesellschaft entsteht mit dem Vertragsabschluss, nicht erst mit dem Handelsregistereintrag, der zwar vorgeschrieben ist, aber für die Entstehung der Gesellschaft keine Bedeutung hat. Nur die nichtkaufmännische Gesellschaft entsteht erst mit dem Registereintrag.

Die Kollektivgesellschaft ist in den Fällen die geeignete Unternehmungsform, wo neben der Kapitaleinlage vor allem die aktive Mitarbeit der Gesellschafter als Unternehmerpersönlichkeiten benötigt wird. Abgesehen von den Fällen, wo die persönliche Mitarbeit eines Gesellschafters seiner unentbehrlichen Kapitaleinlage wegen in Kauf genommen wird, liegt bei der Kollektivgesellschaft das Schwergewicht nicht bei den Kapitaleinlagen, sondern bei der Arbeitsleistung der Gesellschafter. Im Idealfall ermöglicht die Kollektivgesellschaft die Zusammenarbeit von Unternehmerpersönlichkeiten, die sich in ihren Fähigkeiten, Erfahrungen und persönlichen Eigenschaften wertvoll ergänzen.