Haftung der Kollektivgesellschafter gegenüber den Gesellschaftsgläubigern - Betriebswirtschaft24.com

Haftung der Kollektivgesellschafter gegenüber den Gesellschaftsgläubigern

In welcher Weise haftet der Kollektivgesellschafter den Gesellschaftsgläubigern?

Der Kollektivgesellschafter haftet den Gesellschaftsgläubigern unbeschränkt und solidarisch, aber nur subsidiär. Die unbeschränkte Haftung kommt darin zum Ausdruck, dass der Gesellschafter nicht nur mit seiner Kapitaleinlage, sondern mit seinem gesamten Vermögen haftet. Solidarhaftung bedeutet, dass jeder einzelne Gesellschafter nicht nur anteilmäßig, sondern für den Gesamtbetrag der Gesellschaftsschulden haftbar ist. Wenn die Gläubiger im Konkurs der Gesellschaft nicht voll befriedigt werden können aus dem Gesellschaftsvermögen, so könnte jeder einzelne Gesellschafter für den gesamten ungedeckten Betrag belangt werden; der betreffende Gesellschafter hätte allerdings die Möglichkeit, auf die übrigen Gesellschafter zurückzugreifen und sie anteilmäßig zu belangen. Die subsidiäre Haftung ist eine ergänzende Haftung, eine Haftung an zweiter Stelle. Der Gesellschafter haftet zwar über seine Kapitaleinlage hinaus mit seinem gesamten Vermögen unbeschränkt und solidarisch, aber nur für den Fall und in dem Umfang, als das Gesellschaftsvermögen nicht ausreicht, um die Gesellschaftsschulden zu bezahlen. Die Gesellschaftsgläubiger müssen sich in erster Linie an das Gesellschaftsvermögen halten, und nur soweit als dieses nicht ausreicht, dürfen die Gesellschafter privat belangt werden, also erst nach erfolgloser Betreibung der Gesellschaft.

Neu eintretende Gesellschafter haften auch für die bei ihrem Eintritt bereits bestehenden Verbindlichkeiten, und austretende Gesellschafter bleiben nach ihrem Austritt noch während fünf Jahren haftbar für die bei ihrem Austritt bestehenden Verbindlichkeiten.


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