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Gründung einer Aktiengesellschaft

Wie wird eine Aktiengesellschaft gegründet?

Es sind so viele Gründer nötig, als für die Bestellung der statutarisch vorgesehenen Organe erforderlich sind, mindestens aber drei.

Die Gründung einer Aktiengesellschaft erfordert:

1. Die Aufstellung der Statuten durch die Gründer. Es ist zu unterscheiden zwischen dem notwendigen, obligatorischen Inhalt (Firma und Sitz, Gegenstand und Zweck des Unternehmens, Höhe des Grundkapitals und Nennwert der Aktien, die Organe usw.) und dem fakultativen Inhalt der Statuten. Fakultativ sind jene Bestimmungen, mit denen eine von der gesetzlichen Grundform abweichende Regelung getroffen werden kann (Beispiele: Bezahlung von Tantieme, Ausgabe von Vorzugsaktien, Delegation der Vertretungsbefugnis an einzelne Mitglieder der Verwaltung). Diese Bestimmungen sind insoweit fakultativ, als sie nicht notwendigerweise aufgenommen werden müssen; wenn sie aber fehlen, kann die Gesellschaft die betreffende Regelung nicht für sich beanspruchen. So wird beispielsweise keine Gesellschaft verpflichtet, in die Statuten eine Bestimmung über die Ausrichtung von Tantiemen an die Verwaltung aufzunehmen; beim Fehlen einer solchen Bestimmung darf dann aber auch keine Tantieme bezahlt werden.

2. Die Beschaffung des Grundkapitals von mindestens Fr. 50’000.—. Vom gezeichneten Grundkapital müssen wenigstens 20% bei der kantonalen Depositenstelle zur freien Verfügung der Gesellschaft einbezahlt werden. Das einbezahlte Grundkapital muss aber wenigstens Fr. 20’000.— betragen.

3. Die Konstituierung der Gesellschaft. In der konstituierenden Generalversammlung ist festzustellen, dass sämtliche Aktien übernommen (auf Grund der Zeichnungsscheine) und die Minimalbeträge einbezahlt sind (Bestätigung der Depositenstelle). Anschließend folgt die Genehmigung der Statuten sowie die Bestellung der Organe, über die Beschlüsse der konstituierenden Generalversammlung ist in Anwesenheit einer Urkundsperson (Notar) eine öffentliche Urkunde aufzunehmen.

4. Eintragung in das Handelsregister am Sitz der Gesellschaft und Publikation im „Schweiz. Handelsamtsblatt“. Erst mit der Eintragung erlangt die AG die Rechtsfähigkeit. Im Gegensatz zur Kollektiv- und Kommanditgesellschaft wirkt bei der AG der Eintrag konstituierend. Mit der Eintragung wird die AG zur juristischen Person.

Folgende Gründungsarten sind zu unterscheiden:

1. Die einfache Simultangründung. Eine einfache oder Bargründung liegt vor, wenn die Aktionäre den Gegenwert für die gezeichneten Aktien bar einzahlen, wenn sie bar liberieren. Von einer Einheits- oder Simultangründung spricht man, wenn die Gründer das gesamte Eigenkapital selbst aufbringen und somit keine öffentliche Zeichnung stattfindet.

2. Die qualifizierte Simultangründung. Eine qualifizierte oder Sachgründung liegt vor, wenn der Aktionär Sachen oder Rechte einlegt, statt mit Bargeld zu liberieren. In diesem Falle sind besondere Schutzmaßnahmen notwendig, weil mit den Sacheinlagen die Gefahr der Überbewertung verbunden ist. Im Falle der Überbewertung wäre das wirklich vorhandene Vermögen kleiner als das ausgewiesene und publizierte Kapital. Daher besteht für eine Einlage- oder Apportgründung je Vorschrift, dass die Statuten Auskunft geben müssen über den Gegenstand der Sacheinlage, die Bewertung, die Anzahl der dafür verabfolgten Aktien und die Person des Sacheinlegers. Analoge Bestimmungen bestehen auch für die Übernahmegründungen, bei denen die Gründer vor der Errichtung der Gesellschaft mit einem Dritten einen Vertrag betreffend Übernahme von Vermögenswerten durch die zu gründende Gesellschaft schließen. Die Schutzbestimmungen über die qualifizierte Gründung gelten auch für die sogenannten Gründervorteile (gewinnberechtigte Genussscheine für die Gründer).

3. Die einfache Sukzessivgründung. Bei der Sukzessiv oder Stufengründung wird das Grundkapital nicht ausschließlich durch die Gründer, sondern zum Teil durch öffentliche Zeichnung aufgebracht. In diesem Fall gelten die von den Gründern aufgestellten Statuten nur als Entwurf. Die Einladung zur Aktienzeichnung hat durch einen von den Gründern unterzeichneten Prospekt, der vor allem über den wesentlichen Statuteninhalt Aufschluss gibt, zu erfolgen. Die Aktienzeichnungen bedürfen zu ihrer Gültigkeit einer schriftlichen, auf den Statutenentwurf und den Prospekt Bezug nehmenden Erklärung. An der konstituierenden Generalversammlung dürfen wesentliche Änderungen am Statutenentwurf nur mit Zustimmung aller an der Versammlung vertretenen Zeichner vorgenommen werden.

4. Die qualifizierte Sukzessivgründung. Der Statutenentwurf muss genaue Angaben über Sacheinlagen, Übernahmen und Gründervorteile enthalten. Überdies wird ein Gründerbericht verlangt, der eine ausführliche Beschreibung der einzubringenden oder zu übernehmenden Vermögenswerte und deren Bewertung enthalten muss.


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