Grosshandelsauktionen

Eine Grosshandelsauktion ist ein Markt für schubweise und in großen Mengen, aber in uneinheitlichen, individuellen Qualitäten anfallende Welthandelsgüter, an welchem die vor oder während der Veranstaltung zu besichtigende Ware in öffentlicher Versteigerung, das heißt durch Zuschlag an den Meistbietenden, abgesetzt wird.

Für Welthandelsgüter, deren Produktion sich auf wenige Haupterzeugungsgebiete beschränkt und periodisch in großen Mengen anfällt, besteht das Bedürfnis nach zentralen Weltmärkten. Wenig differenzierte Rohprodukte mit leicht durchführbarer Qualitätsabstufung lassen sich typisieren und nach bloßer Typenbenennung handeln, so dass die Anwesenheit der Ware auf dem Markte nicht erforderlich ist. Für solche Welthandelsgüter ist deshalb die Warenbörse, an der sich der Handel auf Grund bloßer Typenbezeichnungen oder Proben abwickelt, die geeignete Marktorganisation. Wenn es sich aber bei der nur periodisch und deswegen massiert anfallenden Produktion um Welthandelsgüter von uneinheitlicher, individuell ausfallender Beschaffenheit handelt, wie etwa bei Tee, Tabak, Wolle u. a., ist eine Typisierung nicht möglich. Die Beurteilung der Qualität ist nur durch Besichtigung der Ware möglich, so dass die Anwesenheit der Ware am Markte unerlässlich ist. Weil für jede Warenpartie, jedes Los, der Preis individuell bestimmt werden muss, ist die öffentliche Ausbietung mit Zuschlag an den Meistbietenden das geeignetste Vorgehen. Mit der zeitlichen und örtlichen Zusammenfassung der Nachfrage ermöglicht die Auktion den Absatz großer Mengen einer Ware von uneinheitlicher Qualitätsabstufung.