Firmenbildung bei den verschiedenen Unternehmungsformen

Wie erfolgt die Firmenbildung bei den verschiedenen Unternehmungsformen?

Die Firma kann aus zwei Teilen bestehen: aus dem gesetzlich verlangten Hauptbestandteil (im OR „wesentlicher Inhalt“ genannt) und aus zusätzlichen Angaben, die zur Ergänzung des wesentlichen Inhalts dienen. Der wesentliche Inhalt der Firma besteht entweder aus dem Familiennamen des Geschäftsinhabers bzw. eines oder mehrerer Teilhaber, oder er enthält eine Sachbezeichnung, die dem Gegenstand (Zweck) des Unternehmens entlehnt oder ein Phantasiename sein kann. Darnach unterscheidet man Personenfirmen (J. Weber; A. Meier & Sohn) und Sachfirmen (Globus; Zürcher Kantonalbank).

Einzelfirmen sind aus dem Familiennamen des Geschäftsinhabers mit oder ohne Vornamen zu bilden. Ehefrauen haben ihrem Familiennamen die Bezeichnung „Frau“ oder wenigstens einen ausgeschriebenen Vornamen beizufügen.

Die Firma einer Kollektivgesellschaft muss, sofern nicht sämtliche Gesellschafter namentlich aufgeführt werden, den Familiennamen wenigstens eines der Gesellschafter mit einem das Gesellschaftsverhältnis andeutenden Zusatz enthalten (& Co.; & Cie.).

Die Firma von Kommandit- und Kommanditaktiengesellschaften hat den Familiennamen wenigstens eines vollhaftenden Gesellschafters mit einem das Vorhandensein einer Gesellschaft andeutenden Zusatz zu enthalten. Namen anderer als unbeschränkt haftender Personen dürfen in der Firma nicht enthalten sein. Wenn eine Person, deren Familienname in der Firma einer Kollektiv-, Kommandit- oder Kommanditaktiengesellschaft enthalten ist, aus der Gesellschaft ausscheidet, so darf auch mit Einwilligung dieser Person oder ihrer Erben ihr Name in der Firma nicht beibehalten werden.

Aktiengesellschaften, GmbH und Genossenschaften können unter Wahrung der allgemeinen Grundsätze der Firmenbildung ihre Firma frei wählen. AG und Genossenschaften haben, falls sie Personennamen in die Firma aufnehmen, die Bezeichnung AG oder Genossenschaft beizufügen. Wird diese Bezeichnung den Personennamen vorangestellt, so darf sie nicht abgekürzt werden. Die GmbH muss ihrer Firma in allen Fällen die Bezeichnung GmbH, ausgeschrieben oder abgekürzt, beifügen.

Die Firmenzusätze dienen vorwiegend zur Individualisierung der Firma. Sie können die in der Firma genannten Personen näher umschreiben (zum Beispiel Junior), die Natur (Branche) oder den Standort der Unternehmung bezeichnen. Auch Phantasiebezeichnungen sind als Firmenzusätze erlaubt. Durch die Firmenzusätze wird die Unterscheidbarkeit ähnlich lautender Firmen verstärkt. Auch die Zusätze müssen der Wahrheit entsprechen; sie dürfen keine Täuschungen verursachen und keinem öffentlichen Interesse zuwiderlaufen.


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