Facettentheorie

Mit der Facettentheorie sollen Entwurf und Analyse wissenschaftlicher Fragen erklärt werden. Sie ist Basis zur Konstruktion von Befragungsitems. Dabei spielt das Item eine zentrale Bedeutung. Die Facettentheorie wurde im Wesentlichen bereits 1959 von L. Guttmann entwickelt.
Facettentheorien finden wir im Bereich der Phylosophie, der Psychologie und der Soziologie.

Facetten und Items

Im Grundbegriff Facette handelt es sich um kleine, eckige Flächen, bekannt aus der Insektenwelt – Facettenauge – , in der Glas- und Diamantbearbeitung – Facettenschliff -, als naturfarbene Verkleidung bei Brücken im Zahnersatz. Es geht also darum, Teile aus verschiedenen Stilen bzw. Strukturen zusammenzusetzen. Diese verschiedenen Strukturen sind in der Facettentheorie die Items. Ganz allgemein versteht man unter Item, aus dem englischen übernommen, etwas einzeln Aufgeführtes, ein Bestandteil, ein einzelnes Element. Beispiele sind Aussagen in einem Fragebogen oder Aufgaben in einem Leistungstest. In der Soziologie sind es Populationsfragen. Es werden Ähnlichkeits- bzw. Zusammenhangshypothesen erstellt und diese dienen dann an Hand von Merkmalskombinationen als Populations- und semantisch inhaltliche Facetten.

Facettentheorie ist also eine Methologie, die Items zusammenführt; diese Items sind Fragen, Testaufgaben, u.Ä. aus einem bestimmten Wissensgebiet bzw. mit einem bestimmten Inhalt. Auf einer Antwortskala wird der Beobachtungsgegenstand ausformuliert. Angewandt wird die Facettentheorie bevorzugt bei Intelligenztests. Intelligenztest – Item werden dadurch von anderen Items abgegrenzt, dass sie sich nach bestimmten objektiven Regeln in sehr richtig bis sehr falsch einteilen lassen. Der Definitionsbereich kann beispielsweise dadurch facettiert werden, dass man die Items unterscheidet in solche, die geometrische und algebraische Aufgaben und solche zu deren Lösung man eine Regel ableiten und anwenden muss. Facettiert werden sowohl Aufgaben als auch Personen. Dabei unterscheidet man z. B. zwischen männlich, weiblich oder nach Alter in Jahren. Als gutes Beispiel kann die Diskriminanzanalyse herangezogen werden. Hier wird eine zu testende Hypothese durch entsprechend ausgesuchte und konstruierte Items empirisch nachgewiesen.

Ein wichtiger Einsatzbereich der Facettentheorie sind Forschungsarbeiten zum Arbeitsgedächtnis. Das Arbeitsgedächtnis ist ein Teil des menschlichen Erinnerungsvermögens und wird mit Hilfe der Facettentheorie grundlegend erforscht. Insofern kann die Facettentheorie auch als eine psychologische Methode bezeichnet werden. Eine Menge inhaltlicher Merkmale sind die Facetten die eine universale Population strukturieren.