Eigenkapitalrentabilität (return on equity)

Die Eigenkapitalrentabilität oder auch Return on Equity (abgekürzt: RoE) ist eine Analysekennzahl aus dem betrieblichen Controlling. Sie soll als interne Analyse die Entwicklung der Eigenkapitalentwicklung eines Unternehmens im Verlauf der Jahre darstellen. Als externes Analyseinstrument dient die Kennzahl dazu, Unternehmen zu vergleichen.

Die Formel zur Berechnung ist auf dem ersten Blick recht einfach:

Jahresüberschuss / Eigenkapital * 100 = RoE

Daraus ergibt sich, dass eine hohe Zahl auch eine höhere Rendite ausdrückt. Die Tücke liegt im Detail. Die Kennzahl ist in einer Verlustsituation wenig nützlich. Des Weiteren müsste dem Grunde nach bei jeder Kennzahl auch die Definition des Eigenkapitals angegeben werden. So machen diverse Korrekturen des bilanziellen Eigenkapitals durchaus Sinn. Die Nichtberücksichtigung ausstehenden Einlagen wären hier ein Zeichen kaufmännischer Vorsicht. Die Berücksichtigung vorhandener stiller Reserven und die hier erfolgte Bewertung sind für Aussenstehende nicht leicht nachzuvollziehen. Letzteres würde auch den Fremdvergleich erschweren. Dabei macht der Fremdvergleich verschiedener Unternehmen mittels RoE nur Sinn, wenn diese in einem vergleichbaren Umfeld tätig sind. Die Eigenkapitalrentabilität sollte so beispielsweise zwischen Hotelbetreibergesellschaften oder Maschinenbauer untereinander verglichen werden, nicht aber verschiedene Sparten miteinander.

Interessant ist im Niedrigzinszeitalter der sogenannte Leverage-Effekt. Hier erhöht sich die Eigenkapitalrentabilität durch die Neuaufnahme von Fremdkapital, da der erzielte Mehr-Umsatz höher als die Zinsbelastung ist.


Ähnliche Artikel