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Aufgaben der Kontrollstelle

Welche Aufgaben hat die Kontrollstelle?

Die Aktionäre sind lediglich durch ihre Kapitalbeteiligung mit der Gesellschaft verbunden. Geschäftsführung und Vertretung der Gesellschaft sind der Verwaltung Vorbehalten. Der Aktionär muss sich, sofern er nicht Mitglied der Verwaltung ist, mit der in der Regel sehr summarischen und daher wenig aufschlussreichen Jahresrechnung, die ihm zusammen mit dem häufig wenig aussagenden Geschäftsbericht zur Verfügung gestellt wird, zufriedengeben. Bei der sehr losen Beziehung zwischen Aktionär und Gesellschaft, die sogar einem Konkurrenzunternehmen die Beteiligung ermöglicht, kann man dem Aktionär ebenso wenig wie dem Gläubiger das Recht einräumen, sich durch Einsichtnahme in die Geschäftsbücher und Korrespondenzen persönlich von der Richtigkeit der vorgelegten Jahresrechnung zu überzeugen. Und doch haben Aktionäre wie Gläubiger ein Interesse daran, dass die ihnen vorgelegte Jahresrechnung auf ihre Übereinstimmung mit den Geschäftsbüchern geprüft wird und dass man die Verwaltung daraufhin kontrolliert, ob sie bei der Erstellung der Jahresrechnung die im Interesse von Aktionären und Gläubigern aufgestellten strengen Bewertungsvorschriften eingehalten hat. Weil zum Schutze der Aktiengesellschaft dieses Prüfungsrecht nicht den Aktionären und Gläubigern gegeben werden kann, ist hiefür ein besonderes Organ geschaffen worden, die Kontrollstelle.

Die Kontrollstelle hat die doppelte Pflicht der Prüfung und der Berichterstattung.

1. Die Prüfungspflicht. Nach den gesetzlichen Vorschriften handelt es sich dabei um die Prüfung der Rechnungsführung, nicht um die Prüfung der Geschäftsführung. Soll auch diese geprüft werden, so muss der Pflichtenkreis der Kontrollstelle durch Statutenbestimmung oder Generalversammlungsbeschluss ausdrücklich erweitert werden.

a) Formell hat die Kontrollstelle zu prüfen, ob die Bilanz und die Verlust- und Gewinnrechnung mit den Büchern übereinstimmen und ob die Bücher ordnungsgemäss geführt sind, das heisst, ob die Buchungen vollständig und sorgfältig vorgenommen wurden und ob Belege dafür vorhanden sind.

b) Materiell ist festzustellen, ob die ausgewiesenen Aktiven und Passiven am Bilanzstichtag vorhanden waren und ob das Geschäftsergebnis und die Vermögenslage den gesetzlichen (und allenfalls auch den statutarischen) Bewertungsgrundsätzen entsprechend dargestellt sind.

Die Kontrollstelle hat das Recht, über alles, was die Buchhaltung betrifft, mündlichen Aufschluss und die Vorlage aller Unterlagen zu verlangen.

2. Die Pflicht zur Berichterstattung. Die Revisoren haben der Generalversammlung einen schriftlichen Bericht zu erstatten, worin sie sich über die formelle und materielle Richtigkeit der Jahresrechnung aussprechen müssen. Insbesondere muss der Bericht einen Antrag auf Abnahme der Bilanz, mit oder ohne Vorbehalt, oder deren Rückweisung an die Verwaltung enthalten. Schliesslich hat die Kontrollstelle in ihrem Bericht auch die Vorschläge der Verwaltung über die Gewinnverteilung zu begutachten. Ohne diesen Bericht kann die Generalversammlung keinen Beschluss über die Jahresrechnung fassen.

Wenn die Revisoren bei der Ausführung ihres Auftrages Mängel der Geschäftsleitung oder die Verletzung gesetzlicher oder statutarischer Vorschriften wahrgenommen haben, so müssen sie die dem Verantwortlichen unmittelbar übergeordnete Stelle und den Präsidenten des Verwaltungsrates, in wichtigen Fällen auch die Generalversammlung, davon verständigen.


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