Aufgaben der Generalversammlung - Betriebswirtschaft24.com

Aufgaben der Generalversammlung

Welche Aufgaben hat die Generalversammlung?

Die Aktionäre sind wohl die Eigentümer der Unternehmung, aber lediglich durch die Kapitalbeteiligung und nicht durch Arbeitsleistung mit ihr verbunden. Die Generalversammlung ist deshalb zwar das oberste, nicht aber das wichtigste Organ. Diese durch blosse Kapitalinteressen gekennzeichnete Stellung der Aktionäre bestimmt denn auch den Aufgabenkreis der Generalversammlung. Sie hat folgende unübertragbare Befugnisse:

  1. Die Festsetzung und Änderung der Statuten.
  2. Die Wahl der Verwaltung und der Kontrollstelle sowie deren Abberufung.
  3. Die Abnahme der Bilanz, der Verlust- und Gewinnrechnung und des Geschäftsberichts sowie die Beschlussfassung über die Verwendung des Reingewinns, insbesondere die Festsetzung der Dividende.
  4. Die Entlastung der Verwaltung (Dechargeerteilung).
  5. Die Beschlussfassung über Gegenstände, die nach Gesetz und Statuten der Generalversammlung vorbehalten sind.

Die Einberufung der Generalversammlung kann erfolgen durch:

  1. die Verwaltung und nötigenfalls durch die Kontrollstelle,
  2. einen oder mehrere Aktionäre, die zusammen mindestens einen Zehntel des Grundkapitals vertreten, unter Anführung des Zwecks.

Die ordentliche Generalversammlung wird alljährlich innert sechs Monaten nach Schluss des Geschäftsjahres einberufen, ausserordentliche Generalversammlungen je nach Bedarf. Die Einberufung hat in der durch die Statuten bestimmten Weise, spätestens zehn Tage vor der Versammlung, zu erfolgen, unter Angabe der Verhandlungsgegenstände. Über Traktanden, die nicht in dieser Weise angekündigt wurden, darf zwar verhandelt, aber nicht abgestimmt werden (Ausnahme: Antrag auf Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung). Sicherung allfälliger Ansprüche der Aktionäre und der Gläubiger aus der Verantwortlichkeit der Verwaltung.

Wenn die Verwaltung aus einer einzigen Person besteht, so muss diese ein in der Schweiz wohnhafter Schweizer Bürger sein. Besteht sie aus mehreren Mitgliedern (Verwaltungsrat), so muss die Mehrheit aus Schweizer Bürgern bestehen, die in der Schweiz wohnen. Wenigstens ein zur Vertretung befugtes Mitglied muss in der Schweiz wohnen.

Die Statuten können bestimmen, dass Geschäftsführung und Vertretung an ein oder mehrere Mitglieder des Verwaltungsrates (Delegierte des Verwaltungsrates) oder an Dritte, die nicht Aktionäre sein müssen (Direktoren), übertragen werden dürfen (Eintragung der Unterschriften ins Handelsregister). Wenn solche Bestimmungen in den Statuten fehlen, steht die Geschäftsführung und Vertretung allen Mitgliedern der Verwaltung gemeinsam zu. Die mit der Vertretung Beauftragten sind befugt, alle Rechtshandlungen vorzunehmen, die der Zweck der Gesellschaft mit sich bringen kann. Beschränkungen, die ins Handelsregister eingetragen werden können sind:

a) gemeinsame Unterschrift und

b) ausschliessliche Vertretung für den Hauptsitz oder eine Zweigniederlassung.

Zu den Pflichten der Verwaltung gehören insbesondere: die Vorbereitung der Generalversammlungen und die Ausführung der Generalversammlungsbeschlüsse, Ausarbeitung von Reglementen und Weisungen für die Geschäftsleitung, Überwachung der Geschäftsleitung, insbesondere die Überwachung der Einhaltung von Bestimmungen, die durch Gesetz, Statuten oder Reglemente gegeben sind. Die Verwaltung ist dafür verantwortlich, dass ihre Protokolle und diejenigen der Generalversammlungen geführt werden; ferner ist sie verantwortlich dafür, dass die notwendigen Geschäftsbücher geführt und die Bilanz und die Verlust- und Gewinnrechnung erstellt und der Kontrollstelle zur Prüfung unterbreitet werden. Sie muss der Generalversammlung einen Geschäftsbericht vorlegen, der die Jahresrechnung erläutert. Ist der in der ordentlichen Jahresbilanz ausgewiesene Verlust so gross wie das halbe Grundkapital, so muss sofort eine GV einberufen werden. Besteht in irgendeinem Zeitpunkt der Verdacht Überschuldung (Fremdkapital grösser als die Aktiven), so muss die Verwaltung eine Zwischenbilanz zu Veräusserungswerten (Liquidationsbilanz) erstellen, und wenn die Befürchtung zutrifft, ist der Konkursrichter zu benachrichtigen.


Ähnliche Artikel