Anweisung an Ordre

Als Anweisung an Ordre gilt jeder Zahlungsauftrag, der das Wort „Wechsel“ nicht enthält, im übrigen aber den Erfordernissen des gezogenen Wechsels entspricht und ausdrücklich an Ordre lautet. Äußerlich unterscheidet sich somit die Anweisung lediglich dadurch vom gezogenen Wechsel, daß das Wort „Wechsel“ durch den Ausdruck „Anweisung“ ersetzt ist.

Als Ordrepapier unterliegt sie der Einschränkung der Einreden des Verpflichteten, und als wechselähnliches Papier untersteht sie auch dem Regreßrecht. Dagegen ist die für den Wechsel und den Check charakteristische prozessuale Wechselstrenge auf die Anweisung an Ordre nicht anwendbar, so daß bei ihr eine Wechselbetreibung nicht möglich ist. Die Anweisung an Ordre ist nicht zum Akzept vorzulegen. Aus diesem Grunde gibt es bei ihr auch keinen Regreß mangels Annahme. Wird die Anweisung freiwillig akzeptiert, so verpflichtet sich der Annehmende wie der Akzeptant eines gezogenen Wechsels mit der Einschränkung, daß er nicht der Wechselbetreibung unterliegt und in allen Fällen erst bei Verfall belangt werden kann.

Die Anweisung an Ordre mag in den Fällen als Ersatz für den gezogenen Wechsel dienen, wo die Beteiligten auf den Wegfall der Wechselstrenge besonderen Wert legen. Häufiger ist ihre Verwendung im Bankzahlungsverkehr, wo sie als Sichtanweisung, das heißt als bei Sicht zahlbare Anweisung an Ordre, die Aufgaben des Bankchecks erfüllt, ohne die Beteiligten der Wechselstrenge zu unterstellen.