Ansprüche des Komplementärs und Kommanditärs

Welches sind die Ansprüche des Komplementärs und des Kommanditärs?

Die Ungleichheit der Stellung von Komplementär und Kommanditär in Bezug auf persönliche Arbeitsleistung und Kapitalhaftung äussert sich zwangsläufig in den Ansprüchen der Gesellschafter an die Gesellschaft:

a) Zins auf die Kapitaleinlagen gemäß Vertrag. Fehlt eine vertragliche Regelung, so hat der Komplementär, nicht aber der Kommanditär Anspruch auf 4 % Zins.

b) Honorar für Arbeitsleistung gemäß Vertrag kommt nur für den Komplementär in Frage, nicht aber für den nur mit Kapital beteiligten Kommanditär.

c) Gewinnanteil nach Vertrag. Weil die Gesellschafter in ganz ungleichem Masse zur Erzielung des Gewinnes beitragen, die einen mit Arbeitsleistung und Kapital, die anderen nur mit Kapital, vor allem aber mit Rücksicht auf die sehr ungleiche Verteilung des Risikos, konnte im Gesetz keine Bestimmung über die Gewinnverteilung aufgenommen werden. Fehlt es an einer Vertragsregelung, so muss der Richter die Gewinnanteile bestimmen.

Der Komplementär kann in gleicher Weise wie ein Kollektivgesellschafter über seine Ansprüche verfügen. Für den Kommanditär besteht die Einschränkung, dass er in den Fällen, wo seine Kommanditeinlage durch Verluste früherer Jahre vermindert ist, Gewinnanteil und Zinsen so lange nicht beziehen darf, bis die Kommanditsumme die ursprüngliche Höhe erreicht hat, während der Komplementär im gleichen Falle nur Gewinnanteile, nicht aber die Zinsen stehenlassen muss.


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