Ansprüche des Agenten - Betriebswirtschaft24.com

Ansprüche des Agenten

Der Agent hat Anspruch auf die vereinbarte oder übliche Provision für die von ihm vermittelten oder abgeschlossenen Geschäfte. Für Geschäfte mit Kunden, die er geworben hat, steht ihm der Provisionsanspruch auch dann zu, wenn die Geschäfte ohne seine Mitwirkung abgeschlossen wurden. Wenn dem Agenten ein bestimmtes Gebiet oder ein bestimmter Kundenkreis ausschließlich zur Bearbeitung überlassen ist, so hat er den Provisionsanspruch für alle, also auch für die ohne seine Mitwirkung abgeschlossenen Geschäfte (z. B. Nachbestellungen). Ohne gegenteilige Abrede entsteht der Provisionsanspruch mit dem rechtsgültigen Geschäftsabschluss, nicht erst bei Bezahlung.

Hat der Agent die Verpflichtung übernommen, für die Erfüllung der Verbindlichkeiten der Kunden einzustehen (für eine solche Vereinbarung ist Schriftlichkeit verlangt), so erhält er einen unabdingbaren Anspruch auf ein angemessenes besonderes Entgelt, die sogenannte Delkredereprovision.

Falls nicht etwas anderes vereinbart oder üblich ist, hat der Agent Anspruch auf eine Inkassoprovision für die von ihm auftragsgemäss eingezogenen und abgelieferten Beträge.

Die Kosten, die dem Agenten aus dem regelmässigen Betriebe seines Geschäftes entstehen (Miete, Gehälter usw.), hat der Auftraggeber nur dann zu vergüten, wenn dies vereinbart oder üblich ist. Dagegen ist der Auftraggeber zum Ersatz solcher Kosten verpflichtet, die auf besondere Weisung des Auftraggebers entstehen, wie etwa Frachten und Zölle.

Hat der Agent den Kundenkreis des Auftraggebers wesentlich erweitert, so daß dieser auch nach Auflösung des Agenturverhältnisses erhebliche Vorteile daraus zieht, so hat der Agent einen unabdingbaren Anspruch auf eine. angemessene Entschädigung, höchstens im Umfang eines durchschnittlichen Jahresnettoverdienstes. Dieser Anspruch fällt dahin, wenn der Agent kündigt oder die Kündigung verschuldet.

Wenn der Auftraggeber durch Verletzung seiner gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtung schuldhaft den Agenten daran verhindert, die Provision im vereinbarten oder erwarteten Umfange zu verdienen, so hat der Agent Anspruch auf eine angemessene Entschädigung.

Darf der Agent nur für einen Auftraggeber tätig sein und dauert das Verhältnis mindestens ein Jahr, so hat er für verhältnismäßig kurze Zeit Anspruch auf Verdienstausfallentschädigung im Falle von Krankheit oder Militärdienst.

Der Agent hat ein Retentionsrecht und ist überdies im Konkurs des Auftraggebers in der dritten Klasse privilegiert.


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