Anschlußpfändung

Wenn innert 30 Tagen nach der Pfändung weitere Gläubiger das Pfändungsbegehren stellen, so erfolgt eine Anschlußpfändung, und damit entsteht eine unter sich gleichberechtigte Gläubigergruppe oder Pfändungsgruppe. Durch diese Gleichstellung soll vermieden werden, daß der nachsichtige Gläubiger, der mit dem Fortsetzungsbegehren zugewartet hat, dem rücksichtslos vorgehenden Gläubiger gegenüber benachteiligt wird. Die dreißigtägige Frist erlaubt einem Gläubiger, der von der Pfändung seines Schuldners erfährt, sich durch sofortige Betreibung der Gläubigergruppe anzuschließen.

Für Forderungen des Ehegatten (für das eingebrachte Frauengut), der Kinder oder der Mündel des gepfändeten Schuldners besteht für die Dauer des ehelichen, elterlichen oder vormundschaftlichen Verhältnisses während einer Frist von 40 Tagen die Möglichkeit, sich ohne vorherige Betreibung einer Pfändungsgruppe anzuschließen (privilegierte Anschlußpfändung). Dem Schuldner wird eine zehntägige Frist zur Bestreitung dieser Forderungen gegeben. Während der gleichen Frist haben die übrigen Gläubiger, welche die Pfändung veranlaßt haben, auch die Möglichkeit, das Recht des Pfändungsanschlusses zu bestreiten.