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Aktiengesellschaft (AG)

„Die Aktiengesellschaft ist eine Gesellschaft mit eigener Firma, deren zum voraus bestimmtes Kapital (Grundkapital) in Teilsummen (Aktien) zerlegt ist und für deren Verbindlichkeiten nur das Gesellschaftsvermögen haftet.“ (OR 620, 1.)

Die wesentlichsten Merkmale dieser Unternehmensform sind:

a) die Zerlegung des zum voraus bestimmten Grundkapitals in Teilsummen und

b) der Ausschluss jeder persönlichen Haftung.

Die Zerlegung des Grundkapitals in viele kleine Teilsummen, die Verkörperung dieser Teilsummen in leicht übertragbaren Wertpapieren und die Beschränkung des Risikos ermöglicht der AG die Beschaffung grosser Eigenkapitalien. Nach der ganzen Ausgestaltung des Aktienrechts ist diese Unternehmensform für Grossunternehmungen geschaffen worden, deren Eigenkapitalbedarf so groß ist, dass er von einem oder einigen wenigen Gesellschaftern nicht oder nur sehr schwer gedeckt werden könnte. Durch die Zerlegung des Grundkapitals in viele kleine Teilbeträge soll es einer Grosszahl von Gesellschaftern ermöglicht werden, sich mit verhältnismässig wenig Kapital an einer Erwerbswirtschaft zu beteiligen. Jeder Teilbetrag ist in einem leicht übertragbaren Wertpapier (Aktie) verbrieft, so dass die Beteiligung an einer AG leicht zu erwerben und ebenso leicht zu realisieren ist (Kauf und Verkauf der Aktien an der Börse).

Der Ausschluss der persönlichen Haftung ergab sich fast zwangsläufig aus der Zerlegung des Grundkapitals in Teilbeträge. Die Verkörperung der vielen Teilbeträge in leicht übertragbaren Wertpapieren ist nur möglich, wenn die persönliche Haftung der Aktionäre ausgeschaltet wird Der Ausschluss der persönlichen Haftung ist also mehr eine notwendige, zwangsläufige Nebenerscheinung der primär gewollten Zerlegung des Kapitals in Aktien zur Beschaffung eines großen Eigenkapitals.

Entgegen den ursprünglichen Absichten des Gesetzgebers zeigte sich dann allerdings in der Praxis, dass die AG vor allem wegen des vollständigen Ausschlusses der persönlichen Haftung und aus anderen Gründen sehr häufig als Unternehmensform gewählt wurde, in den wenigsten Fällen aber wegen der Möglichkeit, durch die Aufteilung des Kapitals in viele kleine Teilbeträge ein grosses Eigenkapital zusammenzubringen.

Trotz des Ausschlusses jeder persönlichen Haftung hat sich die AG als geeignete Unternehmensform für die Beschaffung von grossen Fremdkapitalien erwiesen. Das Eigenkapital ist die einzige Sicherheit der Gläubiger. Aber gerade die strengen Vorschriften des Aktienrechts, die der Erhaltung des Grundkapitals dienen, lassen die AG als kreditwürdig erscheinen. Die wichtigsten dieser Bestimmungen sind:

a) das Verbot, Einlagen zurückzuzahlen;

b) die Bewertungsvorschriften, die eine Ausschüttung eines nur buchmäßig ausgewiesenen, aber nicht erzielten Gewinnes verhindern sollen;

c) die Vorschrift der Reservebildung, womit verhütet werden soll, dass Verluste sofort das Grundkapital vermindern.


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